
Am 25. Januar kleidet sich Edinburgh in Tradition. Straßenlaternen werfen ihr Licht auf verschneite Pflaster, Pubs und Säle füllen sich mit Stimmen, Whiskygläsern und Dudelsackklängen. Überall werden Gedichte rezitiert, Toasts erhoben und das Leben gefeiert – zu Ehren Robert Burns, Schottlands Dichter.
Man sagt, in diesem Jahr sei die Stimmung besonders elektrisierend. Vielleicht liegt es an der Kälte, vielleicht an den Menschenmengen oder daran, dass
Burns’ Worte eine seltsame Schwere in der Luft hinterlassen. Sein „
Tam o’ Shanter“ – ein Gedicht von Hexen, Schatten und jener hauchdünnen Grenze zwischen Weltlichem und Unheimlichem – scheint mehr als nur ein literarisches Werk zu sein.
Wer sich in diesen Nächten in die Stadt wagt, tut es nicht nur wegen des Essens oder des Tanzes. Es ist, als würde Edinburgh selbst leise flüstern, dass etwas unter der Oberfläche wartet.
Und doch – niemand ahnt, was sich wirklich an diesem Abend zusammenfügen wird.