Festivals
Edinburgh im Sommer hat so seine eigene Art, aus dem Vollen zu schöpfen. Zwischen Juli und September wirkt die Stadt nicht mehr wie eine, die man einfach so besucht. Sie lebt. Und zwar so sehr, dass man manchmal gar nicht genau weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Aus jeder Ecke tönt Musik, irgendwo schreit garantiert ein Straßenkünstler auf einer umgedrehten Bierkiste seine Kunst in die Menge, und mittendrin verliert man sich zwischen Gauklern, Touristen, Theatergruppen und allem dazwischen.

Die Kulisse? Postkartenwürdig. Mittelalterliche Gassen, dieses alt-ehrwürdige Schloss auf dem Hügel und dazu eine Stimmung, die schwer in Worte zu fassen ist – irgendwie elektrisiert, aber nie hektisch.

Was man dort an Kultur aufgetischt bekommt, ist mehr als eine nette Unterhaltung. Fringe, International Festival, Book Festival, Military Tattoo – große Namen mit großen Programmen. Mal laut, mal leise, mal schrill, mal hochkulturell. Es ist alles da. Und alle sind da. Wer da mit leeren Händen rausgeht, hat wahrscheinlich einfach weggeschaut.

Die Festivals selbst machen keinen Hehl daraus, was sie sein wollen: Bühne, Begegnungsort, Spielwiese, manchmal auch einfach nur eine gut organisierte Überforderung für alle Sinne. Und genau das scheint irgendwie der Plan zu sein.